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Aufregereien

Vorhölle.

Scheinbar sollte ich doch überlegen, gläubig zu werden. Zwar konnte ich die irdischen Fesseln nicht ablösen, um das Anlitz Gottes zu schauen (um jetzt mal bei American Dad zu klauen), aber ich konnte heute einen Blick in die Hölle werfen. Zumindest die Vorhölle.

Für alle die auch mal Lust haben, ein wenig purgatoriale Atmosphäre zu schnuppern - die Vorhölle befindet sich in Ratingen und ist als Esprit-Outletstore getarnt.

Denn nichts anderes kann dieser Outletstore sein, wenn nicht das Fegefeuer oder zumindest ein guter Vorgeschmack auf dieses. Rastlose Seelen wandeln durch ewige Gänge, keine Zeit, ihre durch das Klamottendurchwühlen geschundenen Leiber kurz auszuruhen, da sich nirgendwo Platz dazu bietet.

Ohne meine meisterhafte Metaphorik gesprochen: Heiligemuttergottes, war das voll! Nicht nur einfach voll, nein, sondern verdammt, verdammt, verdammt, verdammt voll. Da denkt man sich, man karrt sich selbst und die dazugehörige Freundin mal entspannt nach Ratinen, vllt etwas günstiges von Esprit zu ergattern. Pustekuchen. Das obligatorische nicht-finden-weil-falsche-Ausfahrt-genommen spar ich mir jetzt mal. Ausgestiegen, reingegangen, schockiert innegehalten. Menschen über und über. Menschen, die sich ob überfüllter Kabinen auf den Gängen umzogen. Wer auf junge Frauen in Unterwäsche steht, sollte diesem Center mal einen Besuch abstatten. Oder auf alte Frauen in Unterwäsche. Und auf viele Türken.
Irgendwie ist das seltsam, das letzte Mal als ich dort war - vor ca drei Jahren - war dort fast niemand. Seltsam, seltsam, seltsam.

Das Ende der Geschichte: Wir sind nach zehn Minuten eiligem durch-die-Gänge-rennen wieder abgehauen. Ins Centro. Schön groß, viele Geschäfte, weniger Menschen.

In diesem Sinne,

 

brennt in der Hölle,

 

Rob

Robin am 10.10.08 00:01


Real,-istischer Albtraum

Wie es nun mal so ist im Leben: Die Freundin zieht um, man hilft den ganzen Tag [hier positives Adjektiv einsetzen] beim Umzug und an diesem Samstagabend um ca. 20 Uhr freut man sich dann auf folgendes:



 - Bett.

 - Chips.

 - Film.

 

So, Checklist mal durchgehen.

 - Bett ist da. Zumindest lässt der Kasten mit der weichen Matratze und den Kissen in der Ecke das vermuten.

 - Chips sind nicht da. Das zumindest lässt die Abwesenheit von Chipstüten vermuten.

 -Film ist da, nur will der Fernseher die aufgrund der Abwesenheit von passenden SCART-Kabeln keine Verbindung mit dem DVD-Player eingehen. Das jedenfalls lässt die Abwesenheit von Bild auf dem Bildschirm vermuten.

 

Das lässt folglich und schlussendlich den geneigten Denker nun folgende Schlussfolgerung schlussfolgern: Chips und Scartkabel gibts in Läden. Läden haben Samstags um 20 Uhr aber meist zu. Ein Laden, der Samstagabends um 20 Uhr nicht zu hat, ist der tolle monsterhaft große "Real,-", der sich irgendwo jenseits des Regenbogens befindet. Quasi der Topf Gold. Nur eben gefüllt mit Scartkabeln, Chips und anderen Dingen. Das ganze überreicht einem dann keineswegs ein kleinwüchsiger Ire (manch einer nennt's auch Kobold), sondern eine Selbstbedienungskasse (manch einer nennt's auch Selbstbedienungskasse). Future olé!

Sarah und ich betreten nun also die heiligen Hallen des futuristischen Konsums, die Chips sind mehr oder weniger schnell gefunden, die Scartkabel auch. Man muss sich das ganze nun mehr oder weniger so vorstellen: Es gibt drei verschiedene Körbe, in denen sich die preislich unterschiedlichen Scartkabel befinden. Einmal die Luxusvoodooausführung mit linksgewickelten Goldabschirmungen, die rechtsgewickelte Goldkabel abschirmen, die in handgeformten Goldpinnen enden. Das ganze mit "coolen" Sachen wie blauen LEDs versehen und irgendwas über 30€ kostend. Brauch man nicht.
Dann gibt es da noch die mittelklasseausführung, schwarzes Scartkabel, mit ganz normalen zeigen-das-gleiche-Bild-wie-Goldkontakte-Kontakten, für 2,99. Und das gleiche nochmal, nur mit nem anderen zeigt-das-gleiche-Bild-wie-mit-einem-teureren-Namen-drauf-Namen drauf, für 1,00€. Das ist doch schön.
Man greift also nun in diesen Korb rein und findet - ungefähr vier verschiedene Kabel. Man denkt sich noch nichts böses, geht freudig zum kleinwüchsigen Iren, äh, der SB-Kasse, scannt alles und merkt, dass der Preis nicht so ist wie er sein soll. Schnell findet man auch den Grund - die Scartkabel waren falsch einsortiert und man hat die 2,99-Version genommen. Natürlich will man nicht mehr ausgeben, als nötig. Besonders da es sich nicht um ein Kabel (1,99€ Unterschied) sondern zwecks Switchbox um vier Kabel (große Menge € Unterschied) handelt. Also mit dem ganzen Kram zurück, andere Kabel aus dem 1,00€-Korb gegriffen, wieder den Selbstbedienungsiren aufgesucht. In die Schlange gestellt. Auf einmal stehen da zwei dicke, unsympathische alte Frauen vor uns. Was so unschön war? Die waren vorher nicht da. Was noch unschöner war? Man folge diesem Dialog:

Der hochgelobte Blogger und dessen geschätzte Freundin: "Entschuldigen Sie, wir waren aber vor Ihnen dran?"

Fette, alte Frau 1: "*unverständliches fette-alte-Frau-Gelaber von sich geb*"

Der hochgelobte ... hochgeschätze Freundin: "Sich erst vordrängeln und dann auch noch unverschämt werden... Ist ja toll."

Daraufhin begaben sich jene Freundin und ihr Blogger zum nächsten freien selbstbewüchsigen Iren. Kaum erreicht, erscheint wie fette, alte Frauen nunmal erscheinen, die fette, alte Frau neben mir, schlägt mir nicht gerade unheftig auf den Arm, stößt mich nicht gerade sanft zur Seite und okkupiert die Kasse, unverständliche Laute äussernd.

Blogger: "Meine Fresse, kann man sich armselig anstellen."

Freundin: "Entschuldigen Sie mal, was soll das denn bitte? Ist das arm..."

Fette, alte Frau 1: "Ist mir egal ob das Ihre Fresse ist, wir sind jetzt hier."

Wir sind natürlich nicht auf Streit aus, auch wenn mein Arm doch ziemlich schmerzte (und das noch ein Paar Stunden tat) und gehen deshalb zu einer anderen Kasse. Dass auch die mitgebrachten Scartkabel wieder nicht 1,00€, sondern 2,99€ kosteten, muss ich ja wohl nicht erwähnen. Nicht, dass wir uns die sehr teuren 2,99€ Kabel nicht hätten leisten können. Nein - es ging ums Prinzip. Käufer gegen Ware. Konsument gegen Anbieter. Mann gegen Maschine. Mann mit Freundin gegen Kabel. Individuum gegen Gesellschaft. Wir gegen falsch eingeordnete Scartkabel.

Wir schleppen uns und meinen schmerzenden Arm wiedermal in die TV-Abteilung, die nervig weit von der Kasse entfernt ist. Diesmal nehmen wir alle Kabelarten mit und halten sie einem Bediensteten des Konsumgebäudes unter die Nase. Dieser sagt uns, dass die einzigen Kabel, die wir noch nicht mit zur Kasse geschleppt hatten, diejenigen seien, die 1,00€ kosteten. Supi.

Dass nur noch zwei Stück davon da waren, erklärt sich ja wohl von selbst. Also diese zwei zur Kasse gebracht,  gescannt, bezahlt, gefreut. Sogar ganz ohne von ältlichen, unhöflichen, mit ihrem bescheidenen Leben und der bösen Jugend unzufriedenen Damen verprügelt zu werden. (Ich muss da an einen Monthy-Python-Sketch denken...).

Wir setzen uns also endlich ins Auto, fahren nach Hause, schließen alles an - der DVD-Player liest den sicherheitskopierten Film nicht.

 

Frohes Filmschauen,

 

Rob

Robin am 3.9.08 01:05



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